Evi Lintner
Superintendentialkuratorin der Diözese Steiermark

- Evi Lintner, Superintendentialkuratorin der Diözese Steiermark (Foto: epv/Uschmann)
„1944 wurde ich in Nürnberg, zur Zeit meiner Geburt Stadt der Reichsparteitage, während eines Bombenangriffes geboren und wuchs als jüngstes von vier Kindern in einem evangelisch geprägten Umfeld auf.
Nach dem Besuch der Volksschule, Mädchenoberrealschule und einem College der Höheren Handelsschule kam ich durch die Heirat mit meinem Mann 1965 nach Graz – und siehe da, ich war auf einmal nicht mehr evang.-luth. sondern evang. A.B., das hat mich doch sehr irritiert. In Graz habe ich gelernt, was Diaspora bedeutet, aber auch, was die Kleinheit einer Kirche an Wärme zu bieten hat.
1974 zogen wir nach Trofaiach, dort war mein Mann bis zu seiner Pensionierung Pfarrer – hier erfahre ich gelebte Ökumene.
Wir haben vier Kinder und vorläufig sieben Enkelkinder – der Austausch mit der Großfamilie erhält jung und stellt mich immer wieder in Frage.
Evangelische Kirche ist für mich ein Stück Heimat, seit meiner Jugend habe ich immer ehrenamtlich mitgearbeitet, vor allem in der Jugendarbeit und im Kindergottesdienst, hier auch später als Delegierte im Arbeitskreis Österreich. Ich habe aber auch in kirchlichen Kabaretts mitgespielt und Frauenkreise geleitet.
1976 begann ich im Fernstudium meine Ausbildung zur Religionslehrerin und war ab 1992 die Leiterin der ARGE RL in der Steiermark und ab 1994 auch der ARGE RL in Österreich und deren Vertreterin in der Synode und in synodalen Ausschüssen. 1997 wurde ich in den steirischen Superintendentialausschuss – unsere steirische Kirchenregierung – gewählt.
Ich habe Humor, kann über mich selbst lachen, vertrage gut gemeinte Kritik, kann mich gut einordnen, nicht immer unterordnen. Ich lese mit Begeisterung, am liebsten mehrere Bücher nebeneinander, je nach Stimmung und habe von meinen Kolleginnen zu meiner Pensionierung im vergangenen Jahr daher auch einen Lesewurm bekommen.
Brettspiele sind meine Leidenschaft, und hier sind meine absoluten Favoriten „activity“ und „nobody is perfect“. Ich gewinne gern, unsere Freunde wissen das.
Der Wahl zur Superintendentialkuratorin (der Computer unterstreicht dieses Wort beharrlich) vor 2 Jahren habe ich mich gestellt, weil ich glaube, dass Frauen einen wichtigen Part zur Vielfalt unserer Kirche beitragen – sie sehen andere Dinge als Männer und manchmal Dinge anders als Männer und das ist gut so.“
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